Der Moment: Coaching

Aktion oder Reaktion? Inspiriert durch einen Artikel der Managementvordenker Förster & Kreuz bitte ich meine beiden vierbeinigen Hunde-Coaches um eine Trainingseinheit.

Zu diesem Zweck drehen wir die Herausforderungs-Gassi-Runde: ein Bauernhof mit drei Hunden, immer mal wieder Radler von vorne oder hinten, zwei Wäldchen mit Hasen und Fasanen, gelegentlich eine Katze. Das S-Bahn-Gleis direkt daneben und als I-Tüpfelchen manchmal eine ältere Dame mit schmerzhaft aussehenden Bewegungsmustern, vor der sich zumindest mein eines Hunde-Sensibelchen sehr, sehr fürchtet. Obwohl, nein, die absolute Krönung ist das Rudel Rehe, das uns jetzt im Winter immer mal wieder begegnet!

Beide Hunde laufen auf dieser Strecke an der normalen Leine, meine Zielsetzung dabei: ein entspanntes Miteinander mit möglichst durchhängenden Leinen. Los geht’s. Die ersten paar hundert Meter sind okay. Dann kommt der Bauernhof näher, die Hunde dort bellen laut und aufgeregt. ZACK! Mein Rüde schießt vor lauter Co-Aufregung so schnell von einer Seite zur anderen, daß es mir fast den Arm auskugelt. Von Aktion meinerseits keine Spur, die Reaktion ist Meckern und an der Leine zerren. Mist, ich habe den Moment schlichtweg verpaßt. Beide Hunde sind der Meinung, daß ich eindeutig schneller agieren muß, wenn ich für die Entspannung zuständig sein will. Na gut...

Wir sortieren uns neu, ich balanciere mich bestmöglich aus, körperlich und geistig :-) Ich gehe nun in der goldenen Mitte von uns dreien und agiere so, daß die Hunde direkt neben mir bei Fuß gehen. So queren wir den Bauernhof . Mein Ausbalancieren war halbwegs erfolgreich, die Hunde orientieren sich größtenteils an mir.

Nach dem Bauernhof lasse ich die Leinen länger, wildes Geschnuppere links und rechts, wir sind trotzdem noch ganz gut miteinander unterwegs. Ich habe Glück heute: das Wetter ist zu schmuddelig für Radler und auch die Wildtiere halten sich bedeckt. Manchmal riecht es allerdings trotzdem soooo toll, daß zumindest mein Rüde – Pinsel- kurzfristig nur noch NASE zu sein scheint und heftig an der Leine zerrt. Auch da hilft nur Ruhe bewahren und Reaktion in Form von ebenfalls zerren vermeiden. Stattdessen Hund zu mir rufen. Oder zu ihm hintreten und per Körpersprache deutlich machen, daß ich die Chefentscheiderin bin. Klappt ganz gut.

Auf dem Rückweg kommen wir noch mal an dem Bauernhof vorbei, dieses Mal bin ich schneller und sortiere uns rechtzeitig. Geradezu vorbildlich gehen wir daran vorbei. Das abschließende Urteil meiner beiden Trainer zum Thema Agieren? Durchaus talentiert, aber natürlich noch Luft nach oben :-)

Und? Wie agierst Du?
Schreib mir.

Claudia

P.S. Das schöne Foto von Nike und mir hat Caspar Schmidt gemacht.