Jörg Immendorff

… im Haus der Kunst.

Ihr Lieben,

Ihr seid hoffentlich alle gut in das neue Jahr gestartet?! Ich wünsche Euch jedenfalls noch das ALLERBESTE, vor allem ganz viel Gesundheit und zahlreiche anregende, alexandrische Momente !

Genau solche Momente durfte ich selbst Ende letzter Woche erleben, im Haus der Kunst. Dort findet noch bis zum 27.01. die erste große deutsche Retrospektive von Jörg Immendorff (1945-2007) statt. Und da ich für Kunst ja ein gewisses Faible hab - nix wie hin in den Ferien :-)

Immendorff, ein Großer

Ich gestehe, ich wußte trotz meines Faibles über Immendorff vorher nicht so viel... Klar, eine der deutschen Malergrößen, neben Richter und Baselitz und noch ein paar anderen. Bilder, die Titel wie ‚Cafe Deutschland‘ tragen. Und war da nicht irgendwas mit einer sehr viel jüngeren Frau? Aber wie seine Werke tatsächlich aussehen? Ich hätte keines ausführlich beschreiben können.

Das Haus der Kunst hat toll Abhilfe geschaffen, sie haben rund 200 Bilder und Skulpturen von ihm zusammen getragen, aus allen Perioden seines künstlerischen Lebens. Sehr, sehr spannend, wie sich da jemand immer wieder neu mit sich selbst und mit der politisch-gesellschaftlichen Realität auseinandersetzt!

Immendorff Letztes Selbstportrait I 1998.jpg

Jörg Immendorff

‘Letztes Selbstportrait I’ von 1998. In diesem Jahr war bei Immendorff ALS diagnostiziert worden, eine nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems.

Wimmelbilder

Und herausfordernd für mich als Betrachterin! Denn viele seiner Bilder sind ziemlich großformatig und vor allem sind sie VOLL. Mit vielschichtigen Szenerien, Unmengen an Gesichtern, Gestalten, Symbolen, Tieren, befellt und gefiedert, undundund...

So viel! Da war eine Menge alexandrisches Innehalten gefragt, um nicht einfach schnell dran vorbei zu flitzen. Okay, ich geb’s zu, das hab ich auch bei einigen gemacht, schließlich wollten mein Liebster und ich hinterher noch lecker essen gehen.

Das Ich, die Kunst und der Spaß

Aber ich stand auch immer wieder da und hab mich gefragt, was diese überbordende Fülle an Farben und Formen mit mir macht. Wimmelbilder der ganz besonderen Art! Was löst diese MENGE von künstlerischem Schaffen in meinem Körper, in meinen Emotionen und Gedanken aus? Was schenkt mir dieses Betrachten, diese Auseinandersetzung mit jemandem anderen an Erkenntnissen über mich selbst?

Immendorff Ohne Titel II 2007.jpg

‘Ohne Titel II’

Entstanden 2007, war Immendorff noch bis kurz vor seinem Tod am 28. Mai auf eine sehr berührende Art künstlerisch tätig.

Wobei ich neben all diesen Fragen auch einfach viel Spaß hatte. Weil nämlich in ganz vielen Werken Immendorffs tolle Tierdarstellungen zu finden sind. Damit hatte er mich natürlich gleich :-) Schon alleine die zahlreichen Affen, besonders die Skulpturenreihe von ihnen, sind so schön!

Also... Ihr seht schon. Wer auch immer von Euch noch Zeit und Gelegenheit hat: geht hin! Bis Ende Januar ist die Chance noch da. Und jetzt natürlich noch ein paar Fotos, zum Mund wässrig machen :-)

 Ich wünsch Euch viele spannende Momente, alles Liebe,
Claudia.

P.S. Ich erinnere noch mal an mein Gewinnspiel von letzter Woche, ich freu mich, wenn Ihr teilnehmt :-)



Claudia HeineltComment